Operation Gegossenes Blei - Ergebnisse und Reaktionen |
Seite 5 von 6 Ergebnis Die Hamas begann sofort nach Ende des Krieges, die Schmugglertunnel nach Ägypten wieder in Betrieb zu nehmen und neue Tunnel auszuheben. Nach Berichten des Spiegels sank die Akzeptanz der Hamas in der Bevölkerung des Gazastreifens.[158] Für den Wiederaufbau im Gaza-Streifen forderten die Vereinten Nationen "mehrere hundert Millionen Dollar an Soforthilfe". Der UN-Nothilfekoordinator erklärte, 22.000 Häuser seien zerstört worden, bis zu zwei Milliarden Dollar würden mittelfristig zum Wiederaufbau benötigt. EU-Entwicklungskommissar Michel kündigte an, kurzfristig humanitäre Hilfe bereitzustellen.[159] Während der Operation wurden ca. 1.900 Einschläge in Israel registriert, etwa 1.500 Mal sollen dort Gebäude getroffen worden sein[160]. Während des Konflikts sollen durch Israel sechzehn Gesundheitseinrichtungen beschädigt worden sein[161], auf der anderen Seite wird die von Israel am Grenzübergang Erez errichtete Klinik von den Palästinensern nahezu nicht genutzt. Tony Laurance, Leiter des WHO-Büros in Gaza bezweifelt, dass die Anführer der palästinensischen Araber ihren eigenen Leuten einen Besuch der Klinik erlauben werden[162]. Reaktionen Israelis Laut Umfrage der Universität Tel Aviv vom 4. bis 6. Januar 2009 unterstützten israelische Juden zu über 90 % die Angriffe auf Gaza, während 85% der israelischen Araber (20 % der Bevölkerung) genau gegensätzlicher Ansicht waren.[163] Weiter stiegen die Popularitäts- und Umfragewerte für beteiligte Politiker (besonders Ehud Barak) und die Regierungsparteien seit Beginn der Angriffe.[164] Teile der israelischen Friedensbewegung äußerten Kritik an der Operation, so behauptet Uri Avnery, es würde sich um einen Wahlkampfkrieg handeln [165] (am 10. Februar 2009 sind Knesset-Wahlen angesetzt). Dagegen macht Amos Oz die Hamas für allein verantwortlich und hat die Luftangriffe für notwendig erklärt, einen Einmarsch jedoch ablehnt und baldige Waffenstillstandsverhandlungen anmahnt.[166][167] Palästinenser Nach den israelischen Luftangriffen hat Hamas-Führer Chalid Maschal alle Palästinenser zu einer dritten Intifada gegen Israel aufgerufen.[168] Die Hamas werde ihren Widerstand durch Selbstmordaktionen fortsetzen. In Bezug auf eine mögliche Bodenoffensive Israels drohte die Hamas, die Israelis würden im Gaza Bomben „in Form von Frauen und Kindern“ antreffen.[169] Im Verlauf des Konflikts erklärte das hochrangige Hamas-Mitglied Mahmud az-Zahar in einer Videobotschaft angesichts der israelischen Taten auch die Tötung israelischer Kinder für legitim.[170] Zuvor sprach die gemäßigte palästinensische Politikerin Hanan Aschrawi in einem Interview mit dem arabischen Sender Al-Dschasira ebenfalls von einem „Massaker“.[171] Am 3. Januar veröffentlichte eine palästinensische Nachrichtenagentur eine Umfrage aus dem Gazastreifen, nach der 60 % der Bewohner es für falsch hielten, dass die Hamas den Waffenstillstand mit Israel nicht verlängert hat.[172] Die palästinensische Bevölkerung hatte sich schon im Vorfeld des Konflikts mehrheitlich für eine Verlängerung der Waffenruhe mit Israel ausgesprochen.[173] Auch im Verlauf des Konflikts wurde Kritik aus der Bevölkerung des Gazastreifens an dem Vorgehen der Hamas laut. Sie sei lediglich an ihrem Machterhalt interessiert, verstecke sich und lagere Waffen in Wohnhäusern, die dann von der israelischen Armee bombardiert würden. Leidtragende seien die Armen.[174] Vereinte Nationen
Europäische Union
Arabische Liga Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, kritisierte am 31. Dezember nach einer Dringlichkeitssitzung sowohl Israel, als auch die Hamas und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas. Die israelische Regierung habe die Operation aus Wahlkampfgründen begonnen. Die Hamas kritisierte er für die einseitige Aufkündigung der Waffenruhe. Die Palästinenser hätten das Recht auf Widerstand, doch dieser müsse verantwortungsvoll sein. Mahmud Abbas warf er Untätigkeit vor. Der saudische Außenminister Saud al-Faisal äußerte auf der Konferenz, das "schreckliche Massaker wäre nicht passiert, wenn das palästinensische Volk vereinigt hinter einer Führung gestanden hätte".[181] Einer am 16. Januar auf Initiative Katars einberufenen Sondersitzung der Arabischen Liga blieben über die Hälfte der Mitgliedsstaaten fern, darunter Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien.[182] Die teilnehmenden Nationen verurteilten die israelische Operation als "Verbrechen". Der syrische Präsident Bashar al-Assad forderte die arabischen Staaten während der Konferenz auf, alle direkten und indirekten Beziehungen zu Israel abzubrechen.[183] Katar und Mauretanien kamen dieser Aufforderung nach.[184] Maghreb-Union Wegen der Unterstützung Israels durch europäische Staaten während des Krieges überprüfen die Mitgliedstaaten der Maghreb-Union ihre Mitgliedschaft in der neu gegründeten Mittelmeer-Union.[185]Einzelne Staaten
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