Gazakonflikt - Politik im Nahen Osten

Mittwoch, 22. März 2017

Hisbollah

Freitag, den 13. Februar 2009 um 11:20 Uhr
Die Hisbollah (arabisch ‮حزب الله‬‎ Hizbollah, DMG Ḥizbu 'llāh, „Partei Gottes“, oft auch Hizbullah, Hizb-Allah oder Hezbollah geschrieben) ist eine dem Islamismus zugeordnete libanesische Organisation, deren Führer Hassan Nasrallah ist. Sie entstand als paramilitärische Organisation[1] ab 1982 durch den Zusammenschluss verschiedener schiitischer Gruppen beim Widerstand gegen die damalige israelische Invasion. Erst 1985[2] fand die offizielle Gründung statt.

Einige Staaten, unter anderem die USA und Israel, betrachten die Hisbollah als Terrororganisation. Großbritannien und Australien bezeichnen lediglich die "Hezbollah external security Organisation" als solche. Der Verfassungsschutz in Deutschland beobachtet die Aktivitäten der Hisbollah in Deutschland. Der Rat der Europäischen Union führt die Hisbollah in seiner am 15. Juli 2008 veröffentlichten Liste von Terrororganisationen nicht auf, während das EU-Parlament in einem Beschluss vom März 2005 von „terroristischen Aktivitäten seitens der Hisbollah“ spricht.[3][4]

Im Gegensatz zu ihrer Frühphase ist die Hisbollah heute ein Beispiel für die Privatisierung des Terrorismus. Dennoch erhält sie noch immer geschätzte 100 bis 200 Millionen US-Dollar aus dem Iran und auch Syrien gehört zu den Geldgebern.[5] Die ausländischen staatlichen Hilfen sollen jedoch mehr und mehr zurückgetreten sein und Platz für arabischen Privatfinanziers geschaffen haben.[6] Die frühgewonnene Popularität der Hisbollah im armen Libanon soll auch auf den hohen Sold zurückzuführen sein, der nur durch die iranischen Zahlungen möglich wurde.[7] Oberster geistlicher Seelsorger der Hisbollah ist der einflussreiche libanesische Großayatollah Mohammed Hussein Fadlallah.

Neben ihren terroristischen Netzwerken präsentiert sich die Hisbollah im Libanon auch als sehr gut organisierte Partei[8], die seit 1992 auch im libanesischen Parlament vertreten ist. Zurzeit stellt sie 14 von 128 Parlamentsabgeordneten und den Energieminister in der libanesischen Regierung. Dabei ist Hassan Nasrallah sowohl Generalsekretär der Partei als auch Oberbefehlshaber der außerhalb der libanesischen Rechtsstaatlichkeit agierenden Hisbollah-Milizionäre.[9] Die instabilen Verhältnisse im Land kommen Terrororganisationen entgegen. Speziell im Süden haben sich daher von der Staatsmacht unkontrollierbare sogenannte „Sicherheitsquartiere“ etabliert, in denen die Hisbollah regiert.
 

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