Gazakonflikt - Politik im Nahen Osten

Mittwoch, 22. Februar 2012

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RNZ: Neuer Kurs - Kommentar zum Streit Türkei/Israel

Freitag, den 02. September 2011 um 14:12 Uhr

Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier

Zwischen der Türkei und Israel bahnt sich eine Eiszeit an. Die einst guten Beziehungen beider Länder sind bereits seit 15 Monaten durch den Streit um den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte belastet.

Nun sind auch die Hoffnungen, dass der langerwartete UN-Bericht über den Vorfall die Wogen glätten kann, zerplatzt. Dass die UN den Angriff - trotz aller Kritik am israelischen Vorgehen - grundsätzlich als legitim bezeichnen, war für die Türkei offensichtlich nicht hinnehmbar. Doch geht es den Türken um mehr, als nur um die Erstürmung der "Mavi Marmara" und die Seeblockade des Gazastreifens. Die Reaktion Ankaras kommt einer grundsätzlichen Weichenstellung der türkischen Außenpolitik gleich. Denn sie demütigt nicht nur Israel, sondern brüskiert auch die USA, die sich intensiv um ein gutes Verhältnis ihrer beiden wichtigsten Verbündeten in der Region bemüht haben. Die Türkei versteht sich unter der islamistischen AKP-Regierung offenbar zunehmend als unabhängige Regionalmacht, die vor allem die Beziehungen zur arabischen Welt weiter vertiefen will. Damit setzt sie einen Kontrapunkt zu ihren kemalistischen Vorgängern - wodurch die Türkei allerdings politisch wie wirtschaftlich ein hohes Risiko eingeht.

Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Manfred Fritz

 

 
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