Gazakonflikt - Politik im Nahen Osten

Sonntag, 26. Februar 2017

Allg. Zeitung Mainz: Der Zyniker Kommentar zu Lieberman

Donnerstag, den 07. August 2014 um 17:52 Uhr

Mainz (ots) - Es könnte ein erster kleiner Hoffnungsschimmer sein, dass es in absehbarer Zeit tatsächlich so etwas Ähnliches wie Frieden im Nahen Osten geben wird: Israels Außenminister Avigdor Lieberman will keine weitere Eskalation der Gewalt, vielmehr schlägt er in einem Zeitungsinterview vor, die Europäische Union solle eine wirtschaftliche und humanitäre Katastrophe in Gaza abwenden. Punkt eins. Punkt zwei: Die EU solle auch Inspektoren entsenden, um den Handel der Palästinenser mit den Nachbarstaaten zu kontrollieren. Den Deutschen hat er dabei "als politische Führungsnation in Europa" eine entscheidende Rolle zugedacht. Der Vorschlag kommt ausgerechnet von Lieberman, einem Rechtsaußen, dessen Partei israelische Araber aus dem Land treiben will, und der zu Beginn seiner Amtszeit als Außenminister den Friedensprozess mit den Palästinensern für beendet erklärt hat. Lieberman hat Anteil an der humanitären Katastrophe in Gaza, die die EUnun abwenden soll. Der Mann ist ein Zyniker, der die Demonstration von Macht genießt. Im Zeitungsinterview hat er auch gesagt: "Diese Operation ist noch nicht beendet." Solche Sätze schaffen kein Vertrauen und keine Basis, auf der die EU einen Einsatz planen könnte. Zuvor müssen beide Seiten, Israel und die Hamas, erst einmal verbal abrüsten. Auch Lieberman. Wenn dann die Palästinenser einverstanden sind, wird die EU helfend eingreifen müssen und Inspektoren für Grenzkontrollen schicken. Ob Deutschland dabei eine führende Rolle spielen sollte, ist eine nachrangige Frage. Zur Profilierung taugt ein Einsatz in Gaza jedenfalls nicht.

Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager

 

 

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