Auch wenn die israelischen Luftschläge auf syrische Ziele als Akt der Notwehr gegen die Bewaffnung der radikalislamischen Hisbollah gelten dürfen, so heizen sie dennoch den Konflikt in der Region bedenklich an.
Sind die israelischen Angriffe auf eine Militäreinrichtung in Damaskus gleichbedeutend mit einer Ausweitung des syrischen Bürgerkrieges auf einen Konflikt zwischen den beiden Nahost-Ländern? Wer sich dies fragt, muss wissen, dass sich beide Staaten längst im Kriegszustand befinden.
Israel hat erneut Ziele in Syrien angegriffen. Auf US-Präsident Barack Obama wächst der Druck, ebenfalls zu handeln. Die Entsendung von Bodentruppen lehnt der US-Präsident aber ab. Je länger sich das Leiden in Syrien hinzieht, je länger das Regime von Baschar al Assad den Eindruck gewinnt.
Es mag angesichts der massiven Luftangriffe Israels auf Ziele in Syriens Hauptstadt Damaskus auf den ersten Blick paradox klingen, aber in Jerusalem fürchtet man sich vor dem Tag, an dem der Bürgerkrieg im Nachbarland mit dem Sieg der Aufständischen endet.
Israel hat - freundlich ausgedrückt - schwierige Nachbarn. Mit Ägypten und Jordanien gibt es Friedensabkommen, die nach dem Arabischen Frühling und dem Sturz des ägyptischen Langzeitherrschers Mubarak aber nicht mehr in Stein gemeißelt sind.
Angesichts des Zerfalls des syrischen Staates sorgt sich Israel um seine Zukunft. Schon jetzt befinden sich Teile Syriens in den Händen radikal-islamischer Bandenchefs, für die der Judenstaat kein Existenzrecht hat. Daher will Israel auch sie nun warnen. Man darf jedoch bezweifeln, dass die Attacke den gewünschten Effekt hat. Es ist also gut möglich, dass Israel bald wieder zuschlägt.
Das Säbelrasseln des syrischen Regimes sollte nicht überbewertet werden. Natürlich muss Diktator Baschar al-Assad Israel blutige Rache für den Luftangriff auf einen Militärkonvoi schwören. Das ist eine propagandistische Selbstverständlichkeit. Dass auch der Iran den Israelis Vergeltung androht, ist ebenso wenig eine Überraschung. Schließlich will das Ayatollah-Regime das Land schon seit Jahren auslöschen.
Krieg oder Nicht-Krieg - im Nahen Osten sind die Grenzen fließend. Das gilt auch für die Nachricht, dass israelische Jagdbomber auf der syrischen Seite an der Grenze zum Libanon einen Konvoi mit Luftabwehrraketen des russischen Typs SA 17 angegriffen haben.
in Luftangriff in Syrien - so etwas wird die israelische Regierung nicht leichtfertig angeordnet haben. Es ist nicht ganz klar, ob die Attacke einer für die libanesische Hisbollah-Miliz bestimmten Waffenlieferung galt, einem syrischen Waffenlabor oder sogar beidem zugleich.